Wie tickt Österreichs Jugend?

  1. Wie tickt Österreichs Jugend?
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  5. Wie tickt Österreichs Jugend?

Passend nach der Österreich-Wahl erscheint die Studie "Jugend Trend Monitor". Die Studie zur Jugend Österreichs beleuchtet viele politische Themen.

So zeigt sich, dass das Thema Integration Österreichs Jugend stark beschäftigt. Ein Großteil der jungen Österreicher steht hinter der EU, es gibt aber  im Westen des Landes ein stark ausgeprägtes Nationalbewusstsein.

Jugend Trend Monitor

(C) leisure.at

Für die Studie "Jugend Trend Monitor" wurden im Juni und Juli 2017 insgesamt 3.115 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 29 Jahren zu aktuellen Themen befragt. Die aktuelle Ausgabe der großen Jugendbefragung widmet sich unter anderem den Themenkreisen Europäische Union, Politik, Mobilität der Zukunft, Zahlungsverhalten und Tourismus.

Proeuropäische Haltung der österreichischen Jugendlichen nimmt im Alter ab

60,8 Prozent der befragten Jugendlichen stehen trotz Brexit und Co. dem Euro als Währung positiv gegenüber. Nur 5,3 Prozent haben eine sehr negative Einstellung zur europäischen Währung. Etwas zurückhaltender fällt die allgemeine Zustimmung zur Union selbst aus: 53,1 Prozent stehen ihr eher positiv oder sehr positiv gegenüber.

Männliche Befragte stehen der EU mit einem Anteil von 55,9 Prozent etwas positiver gegenüber als junge Damen. Die Zustimmung nimmt mit dem Alter ab; in der sehr jungen Zielgruppe der 14- bis 19-Jährigen liegt sie noch bei 73,6 Prozent, während bei den 25- bis 29-Jährigen nur mehr 36,7 Prozent eine positive Grundhaltung zur Europäischen Union haben.

Zu den wichtigsten Erwartungen an die EU zählt die Terrorismusbekämpfung (58,6 Prozent), klare Lösungen bei der Einwanderungspolitik (56,6 Prozent) und die Förderung von internationalem Frieden (52,4 Prozent). Auch die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und die Sicherung des Gesundheits- und Sozialwesens sind den Jugendlichen wichtig.

Vor- und Nachteile der Europäischen Union

Als größten Vorteil sehen 64,3 Prozent der befragten Jugendlichen die Reisefreiheit, gefolgt von der freien Wahl des Wohn-, Studien- oder Arbeitsortes innerhalb der EU (46,1 Prozent) und die im Rahmen der ERASMUS-Programme geförderten Auslandsaufenthalte (36,7 Prozent). Auch wirtschaftliche Themen wie die Währungsstabilität, eine gute Position im globalen Handel und bessere Wachstumschancen für heimische Unternehmen durch die Freihandelszone werden von jungen Menschen als Vorteile des geeinten Europas bezeichnet.

Die größten Nachteile sehen die Befragten im zunehmenden Konkurrenzdruck auf kleine Unternehmen und Landwirte (48,7 Prozent), die Einschränkung der Individualität durch die ausufernden EU-Gesetze (35,3 Prozent) und die Gefährdung des Umwelt- und Tierschutzes durch Massenproduktionen (34,5 Prozent). Auf dem vierten Platz macht die zunehmende Einwanderung den jungen Menschen Sorgen, gefolgt von der steigenden Kriminalität in Österreich durch Migration.

Zustimmung zur EU sinkt mit dem Alter

Für 39 Prozent der Befragungsteilnehmer überwiegen die Vorteile der Europäischen Union, für 41,5 Prozent halten sie sich die Waage mit den Nachteilen. Bemerkenswert ist der Unterschied zwischen Jugendlichen mit und ohne Matura-Abschluss: Bei den Maturanten überwiegen für 52,6 Prozent die Vorteile, bei den Nicht-Maturanten nur für 32,6 Prozent. Ebenso deutlich ist der Unterschied auch in der Altersbetrachtung: Für 62 Prozent der 14- bis 19-Jährigen überwiegen die Vorteile der EU und für 35 Prozent der 25- bis 29-Järhigen die Nachteile. Trotzdem sind rund 70 Prozent davon überzeugt, dass es sowohl den Euro als auch die Union in den nächsten 20 Jahren noch geben wird.

Den Brexit begrüßen 21,4 Prozent der österreichischen Jugendlichen und 47,9 Prozent sprechen sich dagegen aus. Die Zustimmung zum Brexit fällt bei Maturanten mit 14,9 Prozent am geringsten aus und steigt mit dem Alter signifikant.

Über 80 Prozent der Jugendlichen votieren gegen einen EU-Beitritt der Türkei, während nur 7,1 Prozent dafür wären. 75,6 Prozent wären für einen Abbruch der Beitrittsgespräche, während 10,8 Prozent zumindest für eine Fortführung der Gespräche wären.

Stark ausgeprägtes Nationalbewusstsein im Westen des Landes

Während sich knapp 40 Prozent der Befragten in erster Linie ihrem Bundesland zugehörig fühlen und immerhin noch 34,8 Prozent als Österreicher fühlen, sieht sich nur jeder Zehnte als Europäer. Besonders stark ausgeprägt ist das Zugehörigkeitsgefühl zum eigenen Bundesland im Westen und Süden Österreichs (Tirol: 59,5 Prozent, Vorarlberg: 59 Prozent, Steiermark: 55,7 Prozent und Kärnten: 55,4 Prozent). Am wenigsten dem eigenen Bundesland zugehörig fühlen sich die Wiener mit einem Anteil von 24,3 Prozent.
Sebastian Kurz und FPÖ haben bei der Sonntagsfrage die Nase vorne

Bei der Frage nach der präferierten Partei im österreichischen Nationalrat haben die Liste Sebastian Kurz – Die neue Volkspartei (24 Prozent) und die FPÖ (23,9 Prozent) die Nase deutlich vorne. Die SPÖ kommt nur auf 13,1 Prozent, die Grünen auf 9,7 Prozent und die NEOS auf 6,1 Prozent. Besonders hoch fällt die Zustimmung für die Liste Kurz bei Maturanten mit 29,5 Prozent aus, während 29,1 Prozent der Befragten ohne Matura die FPÖ bevorzugen würden. Beachtliche 19 Prozent würden gar nicht oder ungültig wählen.

Besonders hohe Zustimmung bekommt die Liste Kurz bei jungen Wählern (14 – bis 19 Jahre: 35,6 Prozent), während die FPÖ vor allem bei den 25- bis 29-Jährigen (34,8 Prozent) punkten kann. Die FPÖ findet bei Frauen 25,7 Prozent Zustimmung und bei Männern 22,1 Prozent.

Integration beschäftigt die Jugendlichen

Nur 14 Prozent der jungen Menschen stehen der Integration grundsätzlich positiv gegenüber. 39,1 Prozent haben eine tendenziell ablehnende Haltung, wobei diese mit dem Alter deutlich zunimmt (14 bis 19 Jahre: 25,4 Prozent; 25 bis 29 Jahre: 47,2 Prozent).

Immerhin 36,7 Prozent sind der Überzeugung, dass die österreichische Bevölkerung am besten zum Gelingen der Integration beitragen kann, wobei dieser Wert mit zunehmendem Alter deutlich abnimmt. Ebenfalls wichtig für den Erfolg von Integrationsmaßnahmen sind Bildungseinrichtungen (23 Prozent) und politische Parteien (15,6 Prozent). Nur jeder Zehnte glaubt, dass NGOs und soziale Institutionen einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen der Integration leisten können.

Liste Sebastian Kurz hat die besten Konzepte zur Integration

Die besten Konzepte für gelungene Integration trauen die jungen Menschen der Liste Sebastian Kurz – Die neue Volkspartei (20,4 Prozent) und der FPÖ (16,6 Prozent) zu. Nur 14,1 Prozent glauben, dass die SPÖ derzeit die richtigen Konzepte liefert. Ähnlich gering ist das Vertrauen mit 13,8 Prozent auch in die Grünen.

Von den Migranten selbst erwarten die befragten Jugendlichen vor allem Respekt (66,8 Prozent), Sinn für Gleichberechtigung (37,7 Prozent) und Toleranz (37,1 Prozent). Ebenfalls gefragt sind der Sinn für Demokratie, soziale Verantwortung und Höflichkeit.

Als sinnvolle Integrationsmaßnahmen werten die Befragten Sprach- und Bildungsförderung in Kindertageseinrichtungen (49,8 Prozent), kostenlose Deutschkurse (49,2 Prozent) und den besseren Einsatz beruflicher Qualifikationen der Migranten (41,3 Prozent).

Weitere Ergegbnisse der Studie zu den Themen E-Mobility, Finanzen und Tourismus finden Sie hier.