Kinder in der Corona-Krise: Smartphone statt Spielplatz

Forsa-Umfrage zeigt, womit sich Heranwachsende aktuell beschäftigen

Für viele Familien mit Kindern bleibt das häusliche Umfeld auch in den nächsten Wochen der einzige Dreh- und Angelpunkt. Während die Schulen den Unterrichtsbetrieb erst langsam wieder aufnehmen und vor allem ältere Schüler ein Stück Normalität zurückgewinnen, gibt es für die Öffnung von Kindergärten aktuell noch kein Konzept.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat sich deshalb jüngst für eine kontrollierte Öffnung von Spielplätzen ausgesprochen, um Kindern mehr Bewegung in der Corona-Krise zu ermöglichen. Laut einer aktuellen forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse besteht der Alltag von Kindern derzeit vor allem aus Daddeln und Homeschooling.

Die Mediennutzung ist deutlich gestiegen

Nahezu alle befragten Eltern (95 Prozent) berichten, dass ihr Kind zwischen 6 und 18 Jahren PC, Smartphone und Co. während der Corona-Ferien stärker nutzt als bisher. Sportlich aktiver sind hingegen nur rund ein Fünftel der Kinder. Immerhin unternimmt ein Drittel mehr Aktivitäten an der frischen Luft.Rund drei Viertel (74 Prozent) sitzen aktuell häufiger oder länger vor digitalen Medien, um für die Schule zu arbeiten oder Videos anzuschauen.

Kinder in der Corona-Krise: Smartphone statt Spielplatz

(c) Christian Wyrwa/ KKH

Noch stärker als ohnehin schon wird auch das Smartphone von der Mehrheit der Heranwachsenden für Chats, Telefonie und Surfen genutzt (54 Prozent). An dritter Stelle verstärkt verwendeter Medien stehen Streamingdienste (39 Prozent), gefolgt vom Klassiker Fernsehen inklusive Mediatheken (33 Prozent). Auch mit Playstation und anderen Spielekonsolen verbringt aktuell gut jeder vierte 6- bis 18-Jährige mehr Zeit, wobei das vor allem auf die Jungen zutrifft (42 Prozent zu 16 Prozent bei Mädchen).

Deutlichen Aufwind erfährt das digitale Lernen

So werden Online-Lernplattformen von jedem vierten Heranwachsenden mehr als sonst genutzt. Welche Medien favorisiert werden, hängt von der Altersstufe ab. Während die 15- bis 18-Jährigen verstärkt Computer und Smartphone nutzen, schauen die Jüngeren zwischen 6 und 11 Jahren häufiger Fernsehen.

Aber auch andere Beschäftigungen sorgen für Abwechslung

So nutzen viele diese Wochen, um mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, zum Beispiel um Gesellschaftsspiele zu spielen und zu puzzeln (55 Prozent) oder Gespräche miteinander zu führen (42 Prozent). Auch mal wieder ‚Klar-Schiff-machen‘, aussortieren und aufräumen – allein oder mit Unterstützung – nimmt breiten Raum bei Kindern ein (41 Prozent).

Mehr entdeckt werden in diesen Wochen auch Bücher, die Liebe zum Kochen und Backen oder Malen und Basteln (jeweils etwa ein Drittel). Jeder Zweite der 6- bis 18-Jährigen nutzt die Tage, um bewusst zu entspannen und mehr zu schlafen; das gilt besonders für Ältere sowie Mädchen.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa hat 502 Eltern von Kindern im schulpflichtigen Alter zwischen 6 und 18 Jahren vom 20. bis 25. März 2020 im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse bundesweit repräsentativ befragt.

Weitere Ergebnisse finden Sie auf jungezielgruppen.de

www.kkh.de

Bildnachweis: (c) Christian Wyrwa/ KKH