Der Ausbildungsmarkt befindet sich derzeit in einer besonderen Phase. Einerseits verschärft sich der Fachkräftemangel weiter, andererseits ziehen sich einige Unternehmen aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheiten kurzfristig aus der Ausbildung zurück. Genau daraus entsteht für viele Betriebe eine strategische Chance. Die „DSA Ausbildungsmarktanalyse 2026“ zeigt deutlich: Wer jetzt in Azubimarketing investiert, kann sich einen spürbaren Vorsprung im Wettbewerb um Nachwuchskräfte sichern.
Die langfristigen Entwicklungen sind eindeutig. Der Bedarf an qualifizierten Fachkräften wächst deutlich schneller als das Angebot. Prognosen gehen davon aus, dass Deutschland bis zum Jahr 2035 mit einem Mangel von sieben bis acht Millionen Fachkräften rechnen muss. Besonders stark betroffen sind Branchen wie Handwerk, Technik, Logistik, Pflege oder Gastronomie. Für viele Unternehmen wird es deshalb immer wichtiger, den eigenen Fachkräftenachwuchs frühzeitig zu sichern. Die duale Ausbildung spielt dabei eine zentrale Rolle. Wer heute nicht ausbildet oder Schwierigkeiten hat, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu erreichen, wird morgen große Probleme haben, offene Stellen zu besetzen.

Gleichzeitig entsteht aktuell eine ungewöhnliche Marktsituation. Während sich die Zahl der Schulabgänger langsam stabilisiert, haben viele Betriebe ihre Ausbildungsangebote in den vergangenen Jahren reduziert. Häufig geschieht dies aus konjunkturellen Gründen oder aufgrund wirtschaftlicher Unsicherheit. Für Unternehmen, die weiterhin aktiv ausbilden, eröffnet sich dadurch ein seltenes Zeitfenster. Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit im Ausbildungsmarkt ist kurzfristig geringer geworden. Marketingmaßnahmen erzielen dadurch häufig eine deutlich höhere Wirkung als in Phasen mit starkem Wettbewerb.
Für Ausbildungsbetriebe bedeutet das konkret: Wer jetzt sichtbar ist, kann sich besonders gut als attraktiver Arbeitgeber positionieren. Während andere Unternehmen ihre Aktivitäten zurückfahren, entstehen Freiräume für Markenaufbau, Reichweite und Wahrnehmung bei jungen Zielgruppen. Sobald sich die wirtschaftliche Lage wieder verbessert, ist damit zu rechnen, dass viele Betriebe wieder stärker in Ausbildung investieren. Dann wird auch der Wettbewerb um Bewerberinnen und Bewerber erneut deutlich zunehmen. Unternehmen, die bereits heute Präsenz aufgebaut haben, profitieren dann von einem klaren Vorsprung.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Ort, an dem zukünftige Auszubildende erreicht werden können. Die meisten potenziellen Bewerberinnen und Bewerber besuchen aktuell eine weiterführende Schule. Berufs- und Studienorientierung ist dort fest in den Lehrplänen verankert und gewinnt in vielen Schulen zunehmend an Bedeutung. Schülerinnen und Schüler beginnen häufig bereits ab Klasse acht oder neun, sich mit möglichen Ausbildungswegen zu beschäftigen. Wer in dieser Phase sichtbar wird, prägt die Wahrnehmung junger Menschen oft langfristig.
Gerade deshalb gewinnen Schulen als Kommunikationskanal im Azubimarketing zunehmend an Bedeutung. Unternehmen, die dort präsent sind, erreichen nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern gleichzeitig auch wichtige Multiplikatoren wie Berufsorientierungslehrkräfte oder Schulkoordinatoren. Diese Multiplikatoren spielen eine entscheidende Rolle bei der beruflichen Orientierung junger Menschen. Eine frühzeitige Präsenz im schulischen Umfeld sorgt daher dafür, dass Ausbildungsangebote genau dort wahrgenommen werden, wo erste berufliche Entscheidungen entstehen.
Die wichtigsten Zahlen, Entwicklungen und Chancen im Ausbildungsmarkt zeigt die vollständige „DSA Ausbildungsmarktanalyse 2026“. Herausgeber ist die Hamburger Agentur DSA youngstar. Sie kann per E-Mail angefragt werden unter dsa-ama@dsa-youngstar.de.