Wie snappt Deutschland?

Erste große Snapchatter‐Befragung zur Nutzung von Inhalten und Wahrnehmung von Werbung

Der Hype um Snapchat ist groß. Doch wie snappt Deutschland? Welchen Accounts folgen deutsche Snapchatter? Wie werden unterschiedliche Werbeformen auf Snapchat wahrgenommen? Um das herauszufinden hat Prof. Dr. Claudia Gerhards, (Hochschule Düsseldorf) gemeinsam mit Studierenden und in Kooperation mit der Kölner Digitalagentur whylder eine der ersten großen Snapchatter‐Befragungen Deutschlands (n = 1.610) durchgeführt.

Erstmals konnten so grundlegende Erkenntnisse darüber gewonnen werden, wie Snapchat‐Nutzer in Deutschland mit der neuen Medienumgebung interagieren. Über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) folgt bis zu 10 Prominenten auf Snapchat, 22,2 Prozent sogar bis zu 20 Promis.

Lieblingspromi‐Snapper ist die US‐Amerikanerin Kylie Jenner, gefolgt vom deutschen Model Stefanie Giesinger. Unternehmen hingegen haben es bislang schwer, mit eigenen Snapchat‐Kanälen Follower zu finden. 81,8 Prozent der Befragten geben an, keinem Snapchat‐Account von Unternehmen/ Marken zu folgen.

Großes Potenzial für Werbetreibende bieten gesponserte Lenses oder Geofilter. Knapp die Hälfte der Befragten (49,3 Prozent) hat schon mal gesponserte Lenses genutzt. 32,4 Prozent verwendeten schon mal gesponserte Geofilter. Beide Werbeformen werden von der überwiegenden Mehrheit (85,4 Prozent bzw. 86,1 Prozent) als nicht‐störend empfunden.

„Beide Werbeformen stellen eine Riesenchance für Werbetreibende dar. Klassische Werbung wie Snap Ads hingegen sind deutlich weniger akzeptiert“, sagt Prof. Dr. Gerhards,.Auch der Einsatz von Social Influencern auf Snapchat kann sich für Werbetreibende auszahlen. 16,3 Prozent der Befragten sagen, dass sie durch die Empfehlung eines Snapchatters erst auf eine Marke bzw. ein Unternehmen aufmerksam wurden. 5,7 Prozent geben sogar an, dass sie durch die Empfehlung eines Influencers ein Produkt gekauft haben.

Der Discover‐Bereich, in welchem bislang fast ausschließlich US‐amerikanische Medienmarken ihre Inhalte bereitstellen, ist für deutsche Snappchatter bis dato uninteressant. 84,4 Prozent benutzen Discover nie bzw. selten. Ein Drittel derer, die Discover bislang nicht nutzen, würde diesen Bereich jedoch verwenden, wenn es deutsche Inhalte geben würde.

Bezugsquelle der Studie
Die Studie ist zu beziehen über claudia.gerhards@hs‐duesseldorf.de

Studiensteckbrief/ Stichprobenverfahren

Es wurde das Stichprobenverfahren der so genannten Schneeballauswahl angewandt. Sie dient dem Auffinden von Personen in vergleichsweise kleinen Personen‐/Nutzerkreisen. Der „Global Webindex Q2 2016“ geht davon aus, dass in Deutschland rund 4,9 Mio. Menschen Snapchat nutzen. Das ist gemessen an der Anzahl der Einwohner in Deutschland (rd. 82 Mio.) gering und begründet daher das gewählt Stichprobenverfahren.

Ziel war es, eine möglichst große Anzahl von aktiven Snapchattern zu generieren, die wohnhaft in Deutschland sind und in den letzten 4 Wochen Snapchat genutzt haben. Der Link zum Online‐Fragebogen wurde an ausgewählte „Knoten“ (= Personen der gesuchten Gruppe, die Multiplikatoren sind) geschickt, die diese wiederum über ihre Netzwerke verbreiteten. Um Verzerrungen zu minimieren, wurde auf eine möglichst breite Streuung über die Knoten geachtet. Multiplikatoren, die den Fragebogen initial verbreiteten, waren u.a. der Social Influencer Oguz Yilmaz (YouTube‐Pionier, Ex‐Y‐Titty), 21 Snapchat‐Gruppen auf Facebook, 18 studentische Facebook‐Gruppen und 200 Schüler.

Befragungszeitraum war der 16.11.2016 bis 30.11.2016. Befragungsteilnehmer: Sample (bereinigt): 1.610 Personen, die wohnhaft in Deutschland sind und in den letzten 4 Wochen Snapchat genutzt haben. Geschlecht: 70,9 % weiblich; 29,1 % männlich. Alter: 2,5 Prozent: unter 14 Jahren / 65,7 Prozent: 14‐19 Jahre /29,3 Prozent: 20‐29 Jahre /2,5 Prozent: über 29 Jahre

Quelle: Hochschule Düsseldorf

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