"Hidden Movers Award" – so geht Bildung für alle

Innovative Lösungen und Ideen, um Bildung zugänglicher zu machen, sind heute wichtiger denn je. Dass es vielversprechende Projekte gibt, um die Chancengleichheit bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu fördern, zeigen fünf Bildungsinitiativen, die von der Deloitte-Stiftung mit dem "Hidden Movers Award 2020" ausgezeichnet werden. Ob Gaming, digitales Sprachtraining oder gezieltes Mentoring – alle Angebote eröffnen jungen Menschen auf innovative Art und Weise Chancen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden in diesem Jahr aus 153 Bewerbungen in den Kategorien Innovation, Sprachförderung (Kutscheit-Preis) und Wachstum ausgewählt. Unter dem Motto "Weil alle gewinnen, wenn Bildung gewinnt" fördert die Stiftung seit elf Jahren zukunftsträchtiges Engagement im Bildungsbereich.

"Deutschland braucht Initiativen mit Kreativität und Tatkraft. Umso mehr freue ich mich zu sehen, was für starke Projekte an vielen Stellen auf den Weg gebracht werden. Der Einsatz und die Konsequenz, mit der hier Bildungschancen verbessert werden, sind beeindruckend", erklärt Prof. Dr.

"Hidden Movers Award" - so geht Bildung für alle

Play Yor Right – Hidden Movers Award 2020-Gewinnerprojekt. Bild: (c) Deloitte Stiftung

Wolfgang Grewe, Vorstandsvorsitzender der Deloitte-Stiftung.

Spielerisch Integration fördern – Gewinner Innovation

Eine besondere Herausforderung für Zugewanderte ist es, sich in der fremden Kultur zurechtzufinden und zu integrieren. Das gilt auch und gerade für junge Menschen. Um erfolgreich zu sein, sollten sie nicht nur ihre Pflichten, sondern auch ihre Rechte kennen. Mit einem spielerischen Ansatz bereitet das Projekt "Play Your Rights" des "International Rescue Committee (IRC) Deutschland" dieses Thema für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene auf, indem es Alltagssituationen in einem Computerspiel erlebbar und verständlich macht. Mit der Auszeichnung möchte der "Hidden Movers Award" die innovative Idee würdigen, die diesem noch sehr jungen Projekt zugrunde liegt.

Persönlicher Einsatz vor Ort – Gewinner Wachstum

Digitale Lösungen sind ein wesentlicher Baustein in der Bildung. Um junge Erwachsene bei ihren individuellen Herausforderungen unterstützen zu können, ist auch die persönliche Betreuung von großer Bedeutung. So richtet sich das Projekt "Vorbilder" gezielt an People of Color in Hamburg. Viele der teilnehmenden jungen Erwachsenen stammen aus sozial benachteiligten Familien. Mentorinnen und Mentoren unterstützen die Jugendlichen mit Workshops, gemeinsamen Ausflügen und persönlichen Gesprächen dabei, ihre Möglichkeiten zu erkennen und auch zu nutzen. Der Initiator "Future of Ghana Germany" plant, das Programm auch in weiteren Städten anzubieten.

"Das andere SchulZimmer" unterstützt 15 bis 27-jährige Jugendliche und junge Erwachsene dabei, in kleinen Lerngruppen ihren Abschluss nachzuholen und einen beruflichen Einstieg zu finden. Dabei es geht nicht nur um die individuelle Unterstützung im Klassenzimmer. Vor und nach dem Unterricht können die Jugendlichen mit ehrenamtlichen Lehr- und Honorarkräften auch über individuelle Herausforderungen – zum Beispiel Armut, Drogenkonsum oder einen fehlenden Rückhalt im Elternhaus – sprechen und diese gemeinsam bearbeiten.

Digital Begegnungen und Chancen schaffen – Gewinner Sprachförderung (Kutscheit-Preis)

Das Projekt "Sprechtraining digital" des gemeinnützigen Vereins "ax-o e.V." richtet sich an junge Geflüchtete, um Sprache als elementare Voraussetzung von Bildung zu fördern. Auf dem Lehrplan stehen hier die Technik des Sprechens, Aussprache und Wortmelodie. Über digitale Formate, die sich den Lehrinhalten auch auf spielerischen Wegen widmen, wird die Sprechlust gefördert und Hemmungen werden abgebaut.

Bei dem Bildungsangebot "10 Bilder – 10 Stunden – 10 Begegnungen" des gemeinnützigen Vereins "Gemeinsam leben & lernen in Europa" ist der Name Programm: Über eine Sprachpatenschaft finden junge Geflüchtete und Muttersprachlerinnen und Muttersprachler zusammen. In zehn einstündigen, virtuellen Treffen sprechen sie über zehn selbst gewählte Gegenstände oder Situationen. Mit Themen, die sie wirklich interessieren, finden die Beteiligten neue Kontakte und der Austausch unter Gleichaltrigen wird gefördert. Außerdem werden Schüler, Studierende und Auszubildende motiviert, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Aus Ideen Erfolge machen

Bisher sind die fünf "Hidden Movers" in Deutschland wenig bekannt. "Mit unserer Förderung wollen wir helfen, die prämierten Projekte bekannter zu machen", sagt Prof. Dr. Martin Plendl, CEO des europäischen Verbundes Deloitte DCE und Kuratoriumsvorsitzender der Deloitte-Stiftung. "Unser Ziel ist es, aus guten Ideen konkrete Erfolge zu machen, die dann als Vorbild für andere bundesweite Initiativen dienen können." Um dieses Ziel zu unterstützen, vergibt die Deloitte-Stiftung insgesamt 75.000 Euro, Pro-bono-Beratungsleistungen und Coachings an die Gewinnerprojekte.

Über den "Hidden Movers Award"

Seit seinem Start im Jahr 2010 richtet sich der "Hidden Movers Award" an alle jene, die sich aktiv und kreativ im Rahmen von Bildungsinitiativen engagieren. Unter dem Motto "Weil alle gewinnen, wenn Bildung gewinnt" sucht der Wettbewerb in Deutschland jährlich nach Initiativen, die bundesweit umgesetzt werden können, Entwicklungs- und Wachstumspotenzial haben und sich durch gezielte Förderung besser entfalten können.

Der Award wird in drei Kategorien vergeben – Innovation, Wachstum und Sprachförderung. In der Kategorie Sprachförderung wird der sogenannten "Kutscheit-Preis" der Kutscheit Stiftung vergeben.

Die Jury des "Hidden Movers Award" ermittelt die Gewinner anhand inhaltlicher und formaler Kriterien. Besonders stark fallen dabei Aspekte wie Modellhaftigkeit der Projekte, Wirksamkeit und Innovationspotenzial ins Gewicht. Auch der Nachhaltigkeitsfaktor und die soziale Komponente werden gewertet.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Hidden Movers Award.

 

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