Soziale Medien als Glückskiller

  • Beitrag zuletzt geändert am:April 7, 2026

Bei Jugendlichen trägt eine intensive Nutzung sozialer Medien häufig zu einem deutlichen Rückgang des Wohlbefindens bei – wobei die Auswirkungen bei Mädchen im Teenageralter in englischsprachigen Ländern und in Westeuropa besonders besorgniserregend sind. Das zeigt der Weltglücksbericht, dem „World Happiness Report 2026“.

Das interdisziplinäre Forscherteam um das Wellbeing Research Centre der Universität Oxford in England hat sich in diesem Jahr besonders mit dem Einfluss sozialer Medien auf die Zufriedenheit der Menschen beschäftigt.

Der Bericht zeigt, dass die Lebenszufriedenheit bei den unter 25-Jährigen in den Vereinigten Staaten, Kanada, Australien und Neuseeland in den vergangenen zehn Jahren deutlich gesunken ist. Die Experten deuten an, dass die vielen Stunden, die mit dem Scrollen durch soziale Medien verbracht werden, ein entscheidender Faktor für diesen Trend sein können. So berichten 15‑jährige Mädchen, die soziale Medien fünf Stunden oder länger nutzen, häufiger von einer geringeren Lebenszufriedenheit als jene, die Social Media seltener verwenden.

Eine Stunde Social Media am Tag ist in Ordnung

Junge Menschen, die soziale Medien weniger als eine Stunde pro Tag nutzen, berichten laut den Forschern über das höchste Wohlbefinden – also höher noch als diejenigen, die soziale Medien gar nicht nutzen. Jugendliche verbringen schätzungsweise jedoch durchschnittlich 2,5 Stunden pro Tag in sozialen Medien.

Auch die Art des Mediums spielt eine Rolle. „Plattformen, die algorithmisch kuratierte Inhalte von Influencern bewerben, sind nicht gut für das Wohlbefinden“, erläutert Jan-Emmanuel De Neve. Er ist Wirtschaftsprofessor in Oxford, leitet das Wellbeing Research Centre und gehört zu den Herausgebern des „World Happiness Report“. Positiv wirken sich dagegen Plattformen aus, die soziale Kontakte fördern. „Dabei konnten wir positive Zusammenhänge mit dem Wohlbefinden feststellen“, so De Neve.

Die Forscher stellen aber auch fest, dass in einigen Teilen der Welt, wie dem Nahen Osten und Südamerika, die Zusammenhänge zwischen der Nutzung sozialer Medien und dem Wohlbefinden positiver sind. Dort ist das Wohlbefinden der Jugendlichen trotz intensiver Nutzung sozialer Medien nicht gesunken. Dem Bericht zufolge ist dies auf viele Faktoren zurückzuführen, die sich von Kontinent zu Kontinent unterscheiden.

Der Bericht wird vom Sustainable Development Solutions Network (SDSN) der Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit Experten veröffentlicht.

www.worldhappiness.report