Weihnachten: Junge Menschen wollen Tradition und persönliche Geschenke

Zum zweiten Mal hat die Universität der Bundeswehr München (UNIBW) eine Weihnachtsstudie durchgeführt. Untersucht wurde,  wie Deutschland in 2019 Weihnachten feiert.

Wie sich zeigt, spielen persönliche Geschenke eine größere Rolle. Zwar ist Geld noch immer der Top Wunsch (42%), nimmt im Vergleich zum Vorjahr allerdings etwas ab.

Befragt wurden mehr als 1.000 Bürgerinnen und Bürger vom 6. bis 8. Dezember 2019 – repräsentativ nach Alter, Geschlecht und Wohnort.

Ausgewählte Ergebnisse:

Geschenke: Persönliches und Erlebnisse sind stark im Kommen

Weihnachten 2019 wird persönlicher. Zwar ist Geld noch immer der Top Wunsch (42%), nimmt im Vergleich zum Vorjahr allerdings um einen Prozentpunkt ab und ist laut Prof. Rauschnabel von der UNIBW "eine Notlösung für alle, die keine Zeit oder Ideen haben".

Persönliches und Erlebnisse sind stark im Kommen: So haben sich 2018 nur 36% eine Reise gewünscht, dieses Jahr sind es immerhin 42%. Auch der Wunsch nach gemeinsamen Ausflügen steigt von 37% auf 43% an. Spannend: Gemeinsame Events und Selbstgemachtes werden von jüngeren Konsumenten sogar mehr gewünscht als von den älteren. Auch der Wellness- und Beautybereich erlebt einen Aufschwung: Parfum (+4%), Wellness (+5%) und Beautyprodukte (+3%) konnten allesamt zulegen.

Im Bereich der Technologien tut sich wenig. Wie bereits im letzten Jahr gehören diese zu den weniger präsenten Artikeln auf den Wunschzetteln. Scheinbar, so die Macher der Studie, sind die Märkte gesättigt. "Smartphones und Tablets wurden zwar besser und schneller – die meisten Konsumenten sehen sie aber nur als Ersatzkäufe an. Echte Innovationen gibt es aus Konsumentensicht nicht", so Prof. Rauschnabel von der UNIBW. Die größte Steigerung zeigen Wearables: Sie klettern von 11% auf 15%, dicht gefolgt von Smart Home Produkten – hier ist ein Anstieg von 11% auf 14% zu sehen. Tablets sanken auf den Wunschlisten von 23% in 2018 auf 21%.

Rituale und Weihnachtsbaum: 30% feiern ohne Weihnachtsbaum

Rund die Hälfte aller Befragten (51,0%) werden dieses Jahr mit einem echten Weihnachtsbaum feiern. Knapp jeder Fünfte (18,3%) feiert mit einem künstlichen Weihnachtsbaum und gut 30% verzichten ganz darauf. Regionale Unterschiede gibt es durchaus: Im Osten Deutschlands hat knapp jeder vierte Haushalt einen künstlichen Tannenbaum (23,5%), gefolgt vom Westen (21,3%) und dem Süden (16,2%). Am traditionellsten feiern die Norddeutschen: 59,7% feiern mit einem echten Baum und nur 9,9% mit einem künstlichen.

Ähnlich sieht es beim Kauf aus. Die Norddeutschen kaufen ihre Weihnachtsbäume erst kurz vor Weihnachten, die anderen Regionen sind hier rund 2-3 Tage früher dran.

Kerzen auf dem Weihnachtsbaum: Große Mehrheit nutzt elektrische Kerzen

Die meisten Deutschen mit Weihnachtsbaum nutzen elektrische Kerzen (82,1%), nur 12,7% nutzen echte Kerzen, 4,6% eine Kombination aus echten und elektrischen Kerzen und nur 0,6% verzichten ganz auf Beleuchtung. Die Art der Weihnachtsbeleuchtung spiegelt durchaus auch den Bildungshintergrund wieder: 13,9% der Nicht-Akademiker haben (teilweise) echte Kerzen – unter den Akademikern sind es 24,4%. Eine leichte Tendenz zu echten Kerzen ist auch bei jungen Menschen zu erkennen.

Christkind oder Weihnachtsmann?

Ein leidiges Diskussionsthema ist die Frage, wer eigentlich an Weihnachten die Geschenke bringt: Der Weihnachtsmann oder das Christkind? Im Norden (82,9%) und Osten (86,6%) ist es der Weihnachtsmann, im Westen (60,7%) und Süden (68,9%) ergattert das Christkind beachtliche Marktanteile am Geschenkemarkt.

Kirche: Junge Menschen möchten in den Weihnachtsgottesdienst

15,9% der Befragten sind sich Anfang Dezember noch unsicher, ob sie an Heiligabend in die Kirche gehen werden oder nicht. 60,5% wissen jetzt schon, dass sie nicht in die Kirche wollen, 21,6% planen einen Kirchenbesuch. "Entgegen unserer Erwartungen sind das aber nicht die älteren Menschen. Bei der 'Generation Z' sind es knapp 31%, bei den Boomers nur 21,6%.", so Katrin Brunner von der UNIBW.

Musik: "Last Christmas“" von Wham kennt fast jeder

"Last Christmas" von Wham ist das polarisierendste Weihnachtslied. Fast jeder (97%) kennt es. Unter diesen finden es 48,5% (sehr) gut, 33,5% bewerten es als (sehr) nervig und nur 18% haben eine neutrale Meinung zu diesem Alltime-Klassiker. Allerdings gibt es hier regionale Unterschiede: Im Osten bewerten mehr Menschen das Lied positiv (54,4%) als negativ (24,3%), während das Verhältnis im Süden eher ausgeglichen ist (45,1% positiv; 40,5% negativ).

"Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte ‚Driving Home for Christmas‘ spielen. Nur 18,8% sind von diesem Lied genervt und mehr als die Hälfte (51,9%) finden es (sehr) gut", so Katrin Brunner.

www.unibw.de