Lineares TV wird immer älter

Junge Menschen sehen immer weniger lineares Fernsehen. Das zeigt die aktuelle Analyse "Tendenzen im Zuschauerverhalten" von "Media Perspektiven" (ARD MEDIA). Inzwischen sind auch 72% der RTl-Zuschauer älter als 50 Jahre alt.

Im Jahr 2023 wurde ausweislich der Messdaten der AGF-Videoforschung pro Person ein durchschnittlicher Fernsehkonsum von täglich 182 Minuten gemessen, das sind 13 Minute weniger als 2023 und sogar 43 Minuten weniger als noch vor 5 Jahren.

Der Rückgang der Fernsehnutzung verteilt sich aber nicht gleichmäßig auf die Bevölkerung, sondern das Alter der Menschen spielt in diesem Kontext eine wichtige Rolle. Zwar reduzierten in den letzten Jahren zwar alle Altersgruppen ihre Fernsehnutzung, doch gilt dies besonders für die jüngeren Generationen. Bei ihnen setzte der Rückgang früher ein und fällt deutlich dynamischer aus.

Lineares TV-Publikum wird immer älter

Damit ist das Fernsehpublikum insgesamt deutlich älter geworden. So stammten 78 Prozent aller gesehenen Fernsehminuten im Jahr 2023 von Menschen, die 50 Jahre und älter sind – vor fünf Jahren lag dieser Anteil noch bei 66 Prozent.

In der Folge wirkt sich die beschriebene Transformation des Fernsehpublikums auch auf die einzelnen Senderpublika aus. Beim Ersten Programm der ARD ist der Anteil der über 50-Jährigen im Publikum zum Beispiel zwischen 2013 und 2023 von 77 auf 86 Prozent gestiegen. Aber auch bei RTL ist der Anteil von 47 auf 72% gestiegen, bei ProSieben immerhin von 17 auf 46%.

Marktanteile 2023 nach Sehdauer

"Media Perspektiven" ermittelt auch einen Marktanteil je Sender nach Sehdauer. Im Gesamtpublikum ab 3 Jahren führt das ZDF mit einem Marktanteil von 14,6% das Ranking an, gefolgt von den Dritten Programmen (13,8%) und dem Ersten (11,9%). Bei den 14-49-Jährigen liegt RTL mit 10,0% vorne, gefolgt von ProSieben (7,7%) und dem Ersten (7,5%).

Diese Analyse berücksichtigt allerdings nicht die non-lineare Nutzung. Hier ist die Zahl der Anbieter wesentlich größer, aber die meisten nehmen nach wie vor nicht an der AGF-Messung teil, sodass objektive und vergleichbare Nutzungsdaten für die kommerziellen Streaminganbieter nicht zur Verfügung stehen. Ausweisbar sind unter anderem die Mediatheken von ARD, ZDF sowie der RTL- und der ProSiebenSat.1-[1]Gruppe. Hier hat sich in den letzten Jahren die Nach[1]frage – im Unterschied zur linearen Nutzung – deut[1]lich erhöht: So haben die Mediatheken von ARD und ZDF sowie RTL+ ihren jeweiligen täglichen Nutzer[1]kreis und auch die Nutzungsdauer 2023 steigern können.

Die komplette Analyse finden Sie hier.

www.ard-media.de