Deutschlands bester Debattier-Nachwuchs gekürt

In einem spannenden Bundesfinale von "Jugend debattiert" wurde am 18. Juni in Berlin Deutschlands bester Debattier-Nachwuchs gekürt. Acht Jugendliche aus acht Bundesländern traten in zwei Debatten live auf der Bühne im Axica Kongress- und Tagungszentrum gegeneinander an.
Die drei Mädchen und fünf Jungen hatten sich in den vergangenen Monaten auf Schul-, Regional- und Landesebene als die besten Debattier-Profis von bundesweit 200.000 Schülerinnen und Schülern qualifiziert, die an insgesamt 1.400 Schulen an dem Wettbewerb teilgenommen haben. Im Zentrum der Finaldebatten standen die Themen "öffentlicher Straßenraum" sowie die allgemeine Dienstpflicht.

Die Erstplatzierten des Bundesfinales 2022

Deutschlands bester Debattier-Nachwuchs gekürt

Alle acht Teilnehmenden des Bundesfinales Jugend debattiert 2022. – Bundesfinale 2022 . Bild (c) Jugend debattiert

Der 15-jährige Daniel Grützmacher vom Evangelischen Firstwald-Gymnasium in Kusterdingen überzeugte bei der Frage "Sollen digitale Werbeanlagen im öffentlichen Straßenraum verboten werden?", dem Thema für die Klassen 8 bis 10. Der 16-jährige Benjamin Reiser vom Gymnasium Gröbenzell in Gröbenzell konnte bei der Frage "Soll in Deutschland eine allgemeine Dienstpflicht eingeführt werden?" den Wettbewerb der Jahrgangsstufen 10 bis 13 für sich gewinnen.

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Die Jury unter dem Vorsitz von Journalistin Sandra Maischberger bewertete vor allem Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft der Debattierenden. Als Preis für ihre Leistung erhalten alle Teilnehmenden des Bundesfinales die Aufnahme in das Alumni-Programm "Jugend debattiert" sowie eine Akademiewoche mit zusätzlichem rhetorischem Training.

Debattieren für die freiheitliche Demokratie

Nachdem die Bundesfinale in den beiden vergangenen Jahren pandemiebedingt als Hybrid-Veranstaltung stattfanden, konnte nun live vor Publikum samt prominenter Gäste debattiert werden, darunter Dr. Jens Brandenburg, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. "Demokratie braucht Debatte und auch Kontroverse. In ihrer konstruktiven Form ist sie die Grundessenz unseres liberalen Gemeinwesens und führt zu Fortschritt.

Wer gelernt hat, eigene Positionen zu begründen, andere Meinungen zu respektieren und Argumente abzuwägen, der kann in Gesellschaft und Staat teilhaben und gestalten", ließ Bettina Stark-Watzinger, die Bundesministerin für Bildung und Forschung, ausrichten: "'Jugend debattiert' vermittelt genau diese Fertigkeiten durch spezielle Unterrichtsreihen ab der 5. Klasse und einen bundesweiten Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler aller Schulformen. Der Wettbewerb ermutigt sie, in Rede und Gegenrede nach klaren Regeln Position zu beziehen, Meinungen zu hinterfragen und auch fremde Perspektiven anzunehmen. Mit der Bundesförderung unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Länder darin, Demokratieerziehung zum Bestandteil des Schulalltages zu machen."

Debattieren als Bürgerkompetenz in unruhigen Zeiten
Dr. h.c. Frank-Jürgen Weise, Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, würdigt die Leistung des Programmes: "In herausfordernden Zeiten wie diesen gewinnt das Debattieren als Bürgerkompetenz an Bedeutung. Durch 'Jugend debattiert' lernen die Schülerinnen und Schüler, ihre Stimme zu erheben und für ihre Rechte in einer Demokratie einzutreten. Diese rhetorischen Fähigkeiten und die Debatte sind in einer Welt, in der Frieden und ein demokratisches Miteinander immer wieder auf dem Prüfstand stehen, von unschätzbarem Wert, um verstanden und gehört zu werden."