Steigende Lebenshaltungskosten, insbesondere hohe Wohnkosten, prägen die Karriere- und Lebensentscheidungen der „Generation Z“ und der „Millennials“ in Deutschland maßgeblich. Dies geht aus der aktuellen Auswertung des „Gen Z and Millennial Survey 2026“ von Deloitte hervor.
Für die Studie wurden von November 2025 bis Januar 2026 weltweit rund 22.500 Menschen in 44 Ländern befragt. In Deutschland umfasste die Befragung 800 Teilnehmer, davon 500 der „Generation Z“ (geb. 1995-2007) und 300 „Millennials“ (geb. 1983-1994).Die angespannte finanzielle Situation führt dazu, dass viele junge Menschen wichtige Lebensschritte verschieben oder neu timen. So haben 45 Prozent der „Gen Z“ und 39 Prozent der „Millennials“ in Deutschland Pläne wie Familiengründung oder nächsten Karriereschritt aufgrund ihrer finanziellen Lage aufgeschoben. Die Bezahlbarkeit von Wohnraum spielt dabei eine entscheidende Rolle: 62 Prozent der „Gen Z“ und 64 Prozent der „Millennials“ geben an, dass sie ihre Karriere- und Standortentscheidungen direkt beeinflusst.
„Gen Z und Millennials sind heute nicht weniger ambitioniert, sie haben einfach weniger Spielraum für große Entscheidungen und wägen sie deshalb stärker ab,“ sagt Sandra Mühlhause, Chief People Officer von Deloitte Deutschland. „Stabilität wird für viele zur Voraussetzung, nicht mehr zum Ergebnis ihrer Karriere.“
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Prioritäten im Wandel: Stabilität vor schnellem Aufstieg
Die Studie zeigt, dass sich die Prioritäten verschieben: Finanzielle Unabhängigkeit ist für 24 Prozent der „Gen Z“ das primäre Karriereziel, während für 28 Prozent der „Millennials“ eine gute Work-Life-Balance im Vordergrund steht. Nur zehn Prozent der „Gen Z“ und sieben Prozent der „Millennials“ nennen den Aufstieg in eine Führungsposition als ihr Hauptziel. Jedoch haben 72 Prozent der „Gen Z“ und 66 Prozent der „Millennials“ grundsätzlich Interesse an Führungspositionen, verfolgen diese allerdings lieber später in ihrer Karriere.
Arbeitsplatz der Zukunft: Wohlbefinden und Purpose
Sorgen um die langfristige finanzielle Zukunft sowie die Gesundheit und das Wohlergehen der Familie zählen zu den wichtigsten Stressfaktoren für 48 Prozent der „Gen Z“ und 45 Prozent der „Millennials“. Auch am Arbeitsplatz tragen strukturelle Faktoren zur Belastung bei, etwa fehlende Anerkennung (47% der „Gen Z“, 49% der „Millennials“) und eine negativ empfundene Unternehmenskultur (45% der „Gen Z“, 57% der „Millennials“). Trotz dieser Belastungen bleibt der Anspruch an sinnstiftende Arbeit hoch: Für 96 Prozent der „Gen Z“ und 98 Prozent der „Millennials“ in Deutschland ist Purpose entscheidend für die Arbeitszufriedenheit.
„Viele erwarten heute mehr als nur eine Karriere. Sie suchen Sinn, Stabilität und ein Arbeitsumfeld, das zu ihrem Leben passt,“ so Sandra Mühlhause. „Unternehmen, die diese Erwartungen ernst nehmen und entsprechende Rahmenbedingungen schaffen, haben einen klaren Vorteil im Wettbewerb um die besten Talente.“