Schülerzeitungspreis „DIE RAUTE 2026“ verliehen

Guten Journalismus erkennt man daran, dass er zum Nachdenken anregt. Das ist auch ein gutes Omen für die Schülerpresse. Bayernweit haben sich wieder rund 100 Schulen beworben, den Schülerzeitungspreis „DIE RAUTE“ der Hanns-Seidel-Stiftung zu erhalten. Die Jury wählte 16 Preisträger mehrerer Schularten in jeweils drei Kategorien aus, es gab auch einen Sonderpreis Online. Der Preis ist insgesamt mit 5.000 Euro dotiert.

Wer als Berufsziel den Journalismus anstrebt, kann in seiner Schule schon nebenbei gut üben. Oft wird das Verfassen der Schülerzeitung mit einem betreuenden Lehrer als Wahlfach angeboten. Und nicht wenige Chefredakteure können auf ihre ersten journalistischen Schritte in die eigene Schulzeit zurückblicken. Auch in Schülerzeitungen werden neben Schulthemen Trends aus der Gesellschaft abgebildet. Sie wagen oftmals auch einen Blick nach außen und thematisieren gesellschaftliche und Trends einer jungen Zielgruppe bzw. aus deren Blickwinkel.

Das Gewinnerteam „Blickkontakt“ mit HSS-Vorsitzendem Prof. Klaus Holetschek, MdL (r.) und Festredner Christian Nitsche (l.), Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks
Foto: Markus Götzfried

Stiftungsvorsitzender Prof. Klaus Holetschek, MdL: „Demokratie lebt davon, dass Menschen sich informieren, kritisch nachfragen und miteinander diskutieren. Genau das passiert auch in Schülerzeitungen. Nicht jede Information ist richtig, nicht jede Behauptung ist eine Tatsache. „Medienkompetenz einerseits sowie das Erlernen des journalistischen Handwerks sind nötiger denn ja“, so Holetschek, der drauf verweist, dass die Hanns-Seidel-Stiftung hierzu auch Seminare anbietet und sogar ein eigenes Stipendienprogramm hat.“

„Sie können die nächste Generation von Journalisten sein. Ein Pfeiler der Demokratie“, mit diesen einleitenden Worten richtet sich Christian Nitsche, Chefredakteur des Bayerischen Rundfunks, als Festredner an die jungen Schülerinnen und Schüler. Er fordert Medienschaffende dazu auf wachsam und kritisch zu sein: „Seien Sie vor allem diejenigen, auf deren Information sich die Menschen verlassen können. Denn es wird zwischen Aktivismus, Desinformation und Propaganda für viele immer schwieriger, sich zu orientieren“, so der Chefredakteur. Ein Journalist darf nicht das Ziel haben, einem Algorithmus zu gefallen. Er muss sagen, was ist. Gegen alle Widerstände. „Unsere Aufgabe ist es nicht, Likes zu erhaschen“, so Nitsche, sondern „wir dienen einem Gemeinwesen, das sich über Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit definiert. Ein Journalist pocht zwar auf seine Unabhängigkeit. Er sollte aber nie vergessen, was uns leitet: Das ist der Geist des Grundgesetzes, es sind die Lehren aus dem Zweiten Weltkrieg.“

Die Teams der 16 prämierten Schülerzeitungen waren am 16. Oktober 2026 in das Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung in München eingeladen, wo sie Urkunden, Preisgeld (je 300 Euro) und die „RAUTE“ im schicken, transparenten Acryl entgegennehmen konnten.

Bewerbungen der verschiedenen Schularten Mittelschule, Realschule, Gymnasium, Förderschule sowie Berufliche Schulen FOS/BOS wurden in den drei Kategorien Journalistischer Einzelbeitrag, Informationsvielfalt sowie Kreativität und Gestaltung ausgezeichnet.

Stiftungsvorsitzender Prof. Klaus Holetschek überreichte zusammen mit BR-Chefredakteur Christian Nitsche den Preis „DIE RAUTE“. Die Verleihung wurde musikalisch umrahmt von der Bigband des Wittelsbacher-Gymnasiums München.