„Deutscher Schulpreis 2017“ geht nach Hameln

Die berufsbildende Elisabeth-Selbert-Schule in Hameln (NI) gewinnt den mit 100.000 Euro dotierten „Deutschen Schulpreis 2017“.

Die Robert Bosch Stiftung vergibt den „Deutschen Schulpreis“ seit dem Jahr 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Medienpartner sind der stern und die ARD. Seit dem Start des Programms haben sich über 2.000 Schulen für den Preis beworben.

Die Auszeichnung überreichte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Fünf weitere Preise in Höhe von je 25.000 Euro erhalten die Waldparkschule in Heidelberg (BW), das Gymnasium Kirchheim bei München (BY), die Grundschule Borchshöhe in Bremen (HB), die Europaschule Bornheim (NRW) und die Deutsche Schule Rio de Janeiro in Brasilien.

Berufsschule sammelt mit eigenen Produkten praktische Lernerfahrungen

Knapp 2.000 Schülerinnen und Schüler aus 34 Nationen werden an der berufsbildenden Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) in Hameln in Fächern wie Agrarwirtschaft, Gesundheit und Pflege oder Sozialpädagogik unterrichtet. Hier können sie jede Art von Schulabschluss machen: vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur. Ein Beratungsteam aus Lehrern, einer Pastorin und einem Sozialarbeiter bietet auch außerhalb des Unterrichts Hilfestellung, egal ob für minderjährige Mütter oder für Geflüchtete. „Durch das dichte Geflecht aus passgenauer pädagogischer Förderung und Fürsorge erzielen die Schüler hier Erfolge, die an anderen Schulen kaum jemand für möglich hielt“, sagt Erziehungswissenschaftler Professor Michael Schratz von der Universität Innsbruck, Sprecher der Jury des „Deutschen Schulpreises“.

So gelingt es der ESS besonders gut, die vielfältigen Biografien ihrer Schüler zu berücksichtigen: Neben inhaftierten Jugendlichen werden aktuell 124 Jugendliche mit Fluchterfahrung in Sprachförderklassen unterrichtet und vorbildlich in den Schulalltag integriert. Eine zentrale Rolle spielen zudem die Projekte, die Schule und Beruf verbinden und einen bestmöglichen Übergang in eine Ausbildung oder ein Studium ermöglichen. Im fachpraktischen Unterricht werden eigenständig Produkte hergestellt, um sie anschließend im Internet zu vertreiben. Die dazu verwendeten Lebensmittel wachsen überwiegend im Schulgarten, so dass sich die Lernenden vom Anbau über die Ernte, von Verarbeitung und Lagerung bis hin zum Vertrieb, Vermarktung und Verkauf um die gesamte Wertschöpfungskette ihrer eigenen Produkte kümmern und daraus praktische Lernerfahrungen sammeln.

Alle weiteren nominierten Schulen erhalten Anerkennungspreise in Höhe von jeweils 5.000 Euro. Darüber hinaus werden bis zu zwanzig vielversprechende Schulen, die sich am Wettbewerb beteiligt haben, in das neue Förderprogramm des Deutschen Schulpreises aufgenommen. Über zwei Jahre erhalten sie individuelle Coachings und nehmen an Vernetzungstreffen und ausgewählten Angeboten der Deutschen Schulakademie teil.

Der „Deutsche Schulpreis“: Eine Bewegung guter Schulen

Die Robert Bosch Stiftung vergibt den „Deutschen Schulpreis“ seit dem Jahr 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Er ist nach eigene Angaben der bekannteste, anspruchsvollste und höchstdotierte Preis für gute Schulen im Land. Medienpartner sind der stern und die ARD. Seit dem Start des Programms haben sich über 2.000 Schulen für den Preis beworben.

Bei der Entscheidung über die Preisträger bewertet die Jury sechs Qualitätsbereiche: „Leistung“, „Umgang mit Vielfalt“, „Unterrichtsqualität“, „Verantwortung“, „Schulklima, Schulleben und außerschulische Partner“ und „Schule als lernende Institution“. Diese Merkmale sind inzwischen als Kennzeichen für gute Schulqualität allgemein anerkannt.

 

Die Ausschreibung für den „Deutschen Schulpreis“ 2018 ist gestartet. Schulen können individuelle Schwerpunkte in der Bewerbung setzen und ihre Arbeit anhand einer zentralen Herausforderung ihres schulischen Alltags vorstellen. Grundlage des Wettbewerbs bilden die sechs Qualitätsbereiche des Deutschen Schulpreises. Zur Bewerbung eingeladen sind alle allgemeinbildenden und beruflichen Schulen in Deutschland sowie alle Deutschen Auslandsschulen.