Sinus-Jugendstudie: Jeder Zweite hat Angst um eigene Gesundheit

  • Beitrag zuletzt geändert am:Mai 12, 2026

Eine leichte Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland rechnet zwar weiterhin mit negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit durch den Klimawandel. Dennoch haben immer weniger von ihnen Angst vor der Erderwärmung. Das geht aus der repräsentativen Sinus-Jugendstudie im Auftrag der BARMER hervor, für die im Herbst 2025 bundesweit 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt wurden.

Demnach gehen 52 Prozent von gesundheitlichen Risiken durch den Klimawandel aus. Doch nur 42 Prozent bewerten das Thema als „sehr wichtig“ und damit 17 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2021. Im selben Zeitraum ist „große Angst“ vor dem Klimawandel von 39 auf 31 Prozent gesunken. „Der Klimawandel scheint Jugendlichen zwar nicht mehr so starke Angst zu bereiten wie vor einigen Jahren. Gleichwohl fürchten sie nach wie vor dessen Auswirkungen auf ihre Gesundheit“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER.


Häufiger Bus und Bahn zum Schutz des Klimas

Es sei gut möglich, dass das Thema Klimawandel durch die akuten anderen weltweiten Krisen emotional ein Stück weit in den Hintergrund geraten sei, so BARMER-Chef Straub. Wie aus der Sinus-Studie weiter hervorgeht, sind die meisten Jugendlichen bereit, auch konkrete Maßnahmen zum Schutz des Klimas umzusetzen. 84 Prozent könnten sich daher vorstellen, häufiger Bus und Bahn zu nutzen. Genauso viele würden „bestimmt“ oder „eher“ Verpackungen vermeiden, 80 Prozent regionale und Bioprodukte bevorzugen und 77 Prozent sich seltener ein neues Smartphone kaufen. Ganz auf Fleisch verzichten würden dagegen nur 35 Prozent, keine Milchprodukte mehr essen sogar nur 30 Prozent.

Die Sinus-Umfrage im Auftrag der Barmer zeigt einige Unterschiede unter verschiedenen Gruppen auf. Das Thema Klimawandel empfinden vor allem die formal höheren Bildungsniveaus als sehr wichtig (48 Prozent, Vorjahr 58 Prozent). Bei den formal mittleren und niedrigeren Bildungsniveaus sind es mit 35 beziehungsweise 30 Prozent deutlich weniger. Auch machen sich tendenziell eher Mädchen große Sorgen als Jungen. 46 Prozent der weiblichen Befragten empfinden das Thema als sehr wichtig, 36 Prozent (Vorjahr: 43 Prozent) haben sogar große Angst davor, während es bei den Jungen nur 38 Prozent sind, denen das Thema sehr wichtig erscheint.

Die Studie zeigt auch, dass nur noch 44 Prozent der Befragten optimistisch in die Zukunft Deutschlands schauen. Das sind 18 Prozentpunkte weniger als im Jahr 2021. Noch niedriger ist der Wert beim Blick auf die Welt. Nur noch 36 Prozent der Befragten sind hier optimistisch, nach 44 Prozent im Jahr 2021. Nichtsdestotrotz sehen 80 Prozent ihre persönliche Zukunft positiv. Dieser Wert ist seit dem Jahr 2021 mit 81 Prozent nahezu konstant geblieben.

Mehr zur Sinus-Studie: www.barmer.de/jugend-und-klima