Pinterest Predicts 2026: Nonkonformität, Selbstfürsorge und das Abtauchen in kreative Welten

  • Beitrag zuletzt geändert am:Januar 10, 2026

Auch in diesem Jahr hat die soziale Plattform wieder die Trendanalyse „Pinterest Predicts“ veröffentlicht. Demnach werden Menschen 2026 nach Geborgenheit, Authentizität und Optimismus suchen, um der ständigen Reizüberflutung durch die Welt und soziale Medien etwas entgegenzusetzen.

Trends entwickeln sich mittlerweile 4,4-mal schneller als noch vor sieben Jahren. Im Jahr 2026 werden Menschen gezielt gegen Trendmüdigkeit—auch „Trend Fatigue“ genannt—vorgehen: mit 21 Prognosen, die eines besonders in den Mittelpunkt rücken—die persönliche Entfaltung in drei zentralen Bereichen.

Bild (c) Pinterest

Emotionale Geborgenheit und Zugehörigkeit. Für die meisten Menschen ist Geborgenheit das wichtigste emotionale Grundbedürfnis—55 % der Befragten weltweit nennen sie als Priorität im Alltag. Sie schaffen Rückzugsorte, finden Entspannung in kleinen Alltagsritualen und nutzen Nostalgie, um wieder ganz bei sich selbst anzukommen.

Kuratieren statt Kopieren. Menschen lassen sich von Trends inspirieren, die wirklich zu ihnen passen oder ihren eigenen Vorstellungen entsprechen—42 % der Befragten weltweit sagen, dass sie nur an Trends teilnehmen, die zu ihrer Persönlichkeit oder ihren Wünschen passen.3

Geerdeter Optimismus: Der klassische Fünfjahresplan hat ausgedient—die meisten Menschen können sich ihre Zukunft nicht weiter als 24 Monate im Voraus vorstellen.4 Stattdessen suchen sie nach geerdetem Optimismus im Hier und Jetzt—und nutzen Eskapismus als emotionalen Antrieb.

600 Millionen Menschen besuchen Pinterest nach eigenen Angaben jeden Monat auf der Suche nach dem nächsten großen Trend und entsprechenden Shoppingmöglichkeiten. Das ermöglicht die Abschätzung von Trends. Durch die Analyse des jährlichen Anstiegs von Suchbegriffen identifiziert Pinterest schnell wachsende Muster und fasst die Ergebnisse in einem Bericht zusammen, der sich in den letzten fünf Jahren nach eigenen Angaben „als zu 88 % zutreffend“ erwiesen hat. Und auch wenn 67 % der Trends für 2026 von der „Gen Z“ beeinflusst werden, ist jede Generation vertreten, so Pinterest in seiner Analyse.

Emotionale Geborgenheit & Zugehörigkeit

In den vergangenen Jahren hat Pinterest einen Anstieg nostalgischer Trends beobachtet, die Menschen in ihre Kindheit zurückversetzen—denn der Blick in die Vergangenheit vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme. Die Sehnsucht nach einfacheren Zeiten ist groß: 52 % der Befragten geben an, klassische Filme oder Serien erneut anzuschauen. Fast vier von zehn kochen oder genießen traditionelle Wohlfühlgerichte. Die Studie zeigt: Nostalgie entwickelt sich weiter zur sogenannten „Reclamation“—einer Rückeroberung, in der Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen, um sich für eine ungewisse Zukunft zu wappnen.

Die Trends:

  • Gimme Gummy: 2026 wird ganz im Zeichen von Gummi stehen. „Gen Z“ und „Millennials“ treiben diesen ASMR-Overload voran. Biegsame Handyhüllen, elastische Rouge-Tints und probiotische Snacks mit dem perfekten Biss sorgen für ein neues, unverzichtbares Touch-Erlebnis.
  • Fun Haus: Manege frei für große Persönlichkeiten. 2026 wird Zirkus-inspiriertes Wohndesign dank „Boomern“ und „Millennials“ im Trend liegen. Dabei im Fokus: kräftige Streifen, skulpturale Silhouetten und ein Hauch von Clown-Charme. Das Geheimnis ist die Balance: Auffällige Muster kombiniert mit zurückhaltenden Farbpaletten, damit der Raum stilvoll und mit einem Hauch von Camp wirkt.
  • Retro Kids: 2026 bekommt die Kindheit einen Retro-Twist mit Vintage-inspirierten Outfits, klassischen Spielzeugen aus den 60ern und upgecycelten Baby-Looks. Gehäkelte Spielmatten bringen Gemütlichkeit ins Kinderzimmer, während „Babyboomer“ und „Gen X“ Mini-Outfits secondhand kaufen. Zurück in die (Spiel-)Zeit!
  • Brieffreunde: Das E-Mail-Postfach wird blass vor Neid, denn klassische Post erlebt ein Style-Revival. 2026 inszenieren „Gen Z“ und „Millennials“ Briefe wie eine schriftliche Performance: mit extravaganten Briefumschlägen, luxuriösem Briefpapier und ganz, ganz vielen Briefmarken. Digital? Langweilig!
  • Cabbage Crush: Motto für 2026? KOHL. „Baby-Boomer“ und „Gen X“ feiern den neuen Star am Küchenhimmel. Ob als kross gebratenes „Steak“, Kimchi-Cocktails oder extra-knusprige Wraps. Es wird krautig, knusprig und richtig kultig. Es ist Crunch-Time!

Kuratieren statt kopieren

Das Bedürfnis, sich selbst zu verstehen und zu schützen, zeigt sich auf zwei Arten: Einerseits wählen Menschen sehr bewusst, welche Teile ihrer Identität sie öffentlich zeigen, andererseits äußern sie ganz offen, wer sie sind. Im Gegensatz zu früheren Normen werden Trends im Jahr 2026 nicht mehr als kulturelle Vorgaben verstanden, sondern als Möglichkeit, die eigene Identität gezielt zu gestalten und individuell zum Ausdruck zu bringen.

Trends rund um Identitätsgestaltung:

  • Afrohemian Decor: 2026 verschmelzen afrikanische Einflüsse mit Boho-Leichtigkeit – dank „Boomern“ und „Gen X“. Farbintensive Textilien, kunstvolle Wandbilder und Naturmaterialien schaffen Räume voller Charakter. Pinterest-Suchbegriffe wie „Afrobohemian Deko“ und „äthiopische Kunst“ zeigen ein Fest der Farben und Fasern.
  • Glamoratti: Das Jahrzehnt des Überflusses ist zurück – und ehrlich gesagt, es wird Zeit. Maßgeschneiderte Anzüge mit ausgeprägten Schultern werden drei Nummern größer. Trichterkragen sind die Basis jedes Outfits. Und Schmuck? Der wird klobiger, auffälliger und goldener. „Gen Z“ und „Millennials“ treiben diese maximalistische Ästhetik voran.
  • Poetcore: Nachwuchsautoren und Autorinnen, versammelt euch. 2026 werden „Gen Z“ und „Millennials“ ihre inneren Protagonisten mit übergroßen Rollkragenpullovern, Vintage-Blazern und Messenger-Taschen ausleben. Und nicht den Füller vergessen! Das ist euer ästhetischer MFA – ganz ohne Studienkredit.
  • Khaki Coded: Fashion erkundet neues Terrain. 2026 gehen „Gen Z“ und „Millennials“ auf ein modisches Offroad-Abenteuer. Khakifarbene Bermudas, funktionale Westen und Outfits im Survival-Look: Wenn der Look Wüstentemperaturen trotzt, machst du alles richtig.
  • Neo Deco: Der Art-Déco-Trend bekommt ein modernes Update: Glänzend, elegant und auf 2026 abgestimmt. Nach Jahren des Minimalismus bringen „Gen X“ und „Millennials“ diese Retro-Ästhetik mit klaren Zickzackmustern, Fächerbögen und anderen geometrischen Akzenten zurück – alles mit Chrom oder Messing veredelt. Mutig, glamourös – und ein bisschen exzentrisch.
  • Trends zur persönlichen Ausdrucksfähigkeit: Auch 2026 wird sich Identitätsausdruck vor allem durch kreatives Remixen zeigen. Nahezu ein Viertel der „Gen Z“ und „Millennials“, die sich weltweit mit Trends beschäftigen, geben an, Trendmüdigkeit zu vermeiden, indem sie jedem Trend ihre ganz persönliche Note verleihen
  • Chaos Chic: Der perfekte Lidstrich? Nicht hier. Dieses Jahr setzt Beauty absichtlich auf Unvollkommenheit. „Gen Z“ und „Millennials“ tragen ungleiche Maniküren, zweifarbigen Lippenstift und knalligen Lidschatten in zwei kontrastierenden Tönen. Symmetrie, adieu.
  • Broschen: Anstecken statt verstecken: 2026 bekommen Herrenoutfits von „Boomern“ und „Millennials“ ein Fashion-Upgrade mit alten Pins, glitzernden Clips und Broschen mit Geschichte. Zwischen Retro-Charme und modernem Style gilt: Nur was Oma stolz macht, ist wirklich angesagt.
  • Spitzen-Klasse: Das Spitzendeckchen feiert 2026 sein großes Comeback und bringt unerwartete Eleganz in alles. Bomberjacken bekommen Spitzenkragen, Bandanas werden zart bestickt – und sogar Handyhüllen werden gehäkelt. „Gen Z“ und „Millennials“ treiben diesen Trend voran und erinnern uns daran: Mehr ist mehr – vor allem, wenn es so hübsch ist.
  • Parfum-Layering: Zeit für Duft-Layering. „Gen Z“ und „Millennials“ verabschieden sich von Einzeldüften und setzen auf individuelle Noten, indem sie Öle und Parfums zu eigenen Duftkreationen mischen. Luxus bleibt 2026 in Schichten erhalten.
  • Vamp Romantic: Beauty zeigt 2026 ihre bissige Seite. „Millennials“ und „Gen Z“ setzen voll auf After-Dark-Ästhetik: Pechschwarze Nägel, romantische Gothic-Frisuren und kunstvoll verwischtem Kajal – alles mit einem Hauch von glänzendem Glamour. Wer sagt, dass man nicht gleichzeitig geheimnisvoll und herzzerreißend sein kann?

Geerdeter Optimismus

Viele Menschen suchen nach Wegen, um besser mit Stress umzugehen, neue Kraft zu tanken und Burnout vorzubeugen – und wenden sich dabei gezielt kreativen und fantasievollen Beschäftigungen zu. Auf die Frage, was ihnen in letzter Zeit Freude bereitet hat, nannten sie am häufigsten die Flucht aus dem Alltag, gefolgt von der Wiederentdeckung der Natur und der Selbstfürsorge.

Vor allem die jüngeren Generationen nutzen Mode und Beauty gezielt als Ausgleich: „Gen Z“ antwortet zu 38 % häufiger, dass sie sich durch Selbstausdruck emotional verbunden fühlt und so ihre kreative Seite besser ausleben kann.

Die Trends:

  • Cool Blue: Entdecke den Farbton, der einfach cool bleibt. „Gen Z“ und „Millennials“ bringen 2026 eiskalte Eleganz in absolut alles – von Mänteln in kühlen Farben über Gletscher-inspirierte Accessoires bis hin zu Cocktails mit Frostfaktor. Der Temperatursturz, auf den alle gewartet haben.
  • Wilde Welt: Ein Trend, der flüstert statt brüllt. 2026 setzen „Gen Z“ und „Boomer“ voll auf Animal-Ästhetik – aber mit feinem Gespür. Verspielte Reh-Sommersprossen, Schmetterling-Nail-Art und Outfits mit Fuchs-Vibe bringen einen Hauch von Waldmagie in den Kleiderschrank.
  • Cosmic Vibes: 2026 wird interstellar: „Gen Z“ und „Millennials“ setzen ganz auf kosmische Vibes. Holografische Akzente für zu Hause, schimmernder Mondstaub auf den Lidern und Looks wie aus einem Sci-Fi-Blockbuster. Die Aliens sind hier und sie bringen Style aus einer anderen Galaxie mit.
  • Opera Aesthetic: 2026 werden Partys so opulent wie noch nie zuvor. Aufwändige Drapierungen, rote Rosen und ein Streichquartett, das für dramatische Stimmung sorgt. „Gen Z“ und „Millennials“ inszenieren jede Feier bis ins kleinste Detail und zelebrieren die Vintage-Theater-Ästhetik mit gebührender Opulenz.
  • Mystische Weiten: Märchen trifft Fiebertraum im größten Reisetrend 2026. „Millennials“ und „Boomer“ suchen nach verspielten, mystischen Reisezielen: Verlassene Ruinen im Nebel, natürliche Spiralen und stimmungsvolle, verzauberte Wälder. Und wer mit mehr Fragen als Antworten zurückkehrt, hat alles richtig gemacht.
  • Abenteuer-Trips: Am Strand liegen? Langweilig. 2026 reisen „Millennials“ und „Gen Z“ nicht, um abzuschalten, sondern für den Adrenalinkick. Ob Wildwasser-Rafting durch Stromschnellen, Abseilen an Wasserfällen oder Trips rund um globale Sportevents: Abenteuer ist das neue All inclusive. Komfortzone? Nie gehört.

Hier finden Sie die Trends vom letzten Jahr (2025).