Der Kinderbuchmarkt ist sehr komplex und die Anforderungen an Produkte bzw. der Kaufprozess sind sehr unterschiedlich. Die Münchner Experten von icokids & youth haben den Markt in der aktuellen Studie „Junges Lesen 2026“ untersucht.
Dafür wurden über 1.200 Interviews mit buchkaufenden Eltern von Kindern im Alter von 1 bis 12 Jahren geführt. Untersucht wurden die vier Buchkategorien Bilderbuch, Vorlesebuch, Sachbuch und Belletristik / Literatur für Kinder sowie zusätzlich auch Zeitschriften und Activity-Produkte, getrennt nach Jungen und Mädchen sowie für verschiedene Altersgruppen.
Ausgewählte Ergebnisse:
- Akzeptanz von KI: Je nach Print-Kategorie, Kind und eigenen Einstellungen lehnen bis zu 64 % der Eltern den Einsatz von KI bei der Erstellung von Print-Produkten strikt ab. Bei anderen Produkten sind dagegen bis zu 67 % der Eltern offen für KI.
- Relevanz von Touch Points: Abhängig von den Zielgruppen und Produkten geben zwischen 3 % und 20 % der Eltern an, bei TikTok oft auf neue Bücher aufmerksam zu werden, beim klassischen Buchhandel reicht die Spanne für den ersten Touch Point sogar von 27 % bis 75 % und beim Suchen per Google zwischen 15 % und 46 %.
- Kauforte: Zwischen 35 % und 58 % der Eltern kaufen je nach Kategorie und Kind im klassischen Buchhandel, bei Aldi kaufen zwischen 0 % und 36 %. Sogar beim Platzhirsch Amazon ist die Spanne von 65 % bis 82 % alles andere als klein.
Dass die Schwankungen so groß sind, liegt an der Heterogenität des Print-Marktes:
- Das fängt mit den vielen verschiedene Buchkategorien an – vom Bilderbuch für Kleinkinder über das Sachbuch hin zu Belletristik für ältere Kinder: Jede Kategorie funktioniert anders und wird auch anders gekauft.
- Innerhalb der Kategorien trifft ein breites Buch-Angebot auf unterschiedliche, vom Alter der Kinder bzw. deren Interessen abhängige Buchpräferenzen der jungen Leserinnen und Leser.
- Und dann gibt es noch die kaufenden Eltern als Gate Keeper, die sehr vielfältige Zugänge zum Buch haben und jeweils über andere Touch Points und Distributionswege erreicht werden müssen.

Mit der Studie „Junges Lesen 2026“ wurde der deutsche Printmarkt nun erstmals in seiner ganzen Komplexität erfasst und analysiert – mit über 1.200 Interviews mit buchkaufenden Eltern von Kindern im Alter von 1 bis 12 Jahren. Die vier Buchkategorien Bilderbuch, Vorlesebuch, Sachbuch und Belletristik / Literatur für Kinder sowie zusätzlich auch Zeitschriften und Activity-Produkte wurden getrennt nach Jungen und Mädchen sowie für verschiedene Altersgruppen analysiert:
- Kaufprozess:
- Wie viele Produkte hat man im Haushalt und wie viele wurden in den letzten 12 Monaten neu gekauft?
- Wo wird man auf neue Produkte aufmerksam (Liste mit 27 Touch Points)
- Wo wurden die Produkte gekauft (ausführliche Liste mit 24 Geschäften / Geschäftstypen und 31 Online-Shops)?
- o Wird spontan oder geplant gekauft? Wieviel Einfluss hat das Kind bei der Auswahl?
- Produkt-Anforderungen:
- Welche Themen / Genres innerhalb der Kategorie werden wie oft gekauft?
- Welche Eigenschaften sind Eltern beim Kauf der Produkte wichtig und was ist tatsächlich kaufentscheidend?
- Welche Wünsche haben sie an die konkrete Umsetzung der Produkte? Ist z.B. der Einsatz von KI erlaubt? Und was dürfen die Produkte kosten? Wie sollen Cover aussehen?
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Einzigartig an der Studie Junges Lesen 2026 ist, dass auch die Eltern in ihrer Heterogenität respektiert werden. Aus Antworten zu Erziehungsstilen, Einstellungen und Werten wurden vier Eltern-Segmente gebildet, die jeweils einen komplett anderen Zugang zu Print-Produkten haben und deswegen unterschiedliche Produkte kaufen, aber auch andere Touch Points und Retailer nutzen. Unterschieden und analysiert wurde nach:
- Unsichere Eltern: 23 % der buchkaufenden Eltern – „Ich hoffe, ich mache alles richtig“.
- Optimistische Eltern: 23 % – „Das Kind holt sich schon, was es braucht“
- Strenge Eltern: 31 % – „Mother knows best – Man muss Kindern schon etwas Druck machen“
- Entspannte Eltern: 23 % – „Was soll ich mich noch mehr stressen?“
Der Report ist nach Print-Kategorien gegliedert und weist alle Ergebnisse jeweils nach Alter und Geschlecht der Kinder und die vier Eltern-Segmente aus. Das macht es möglich, die Entwicklung und Vermarktung von Print-Produkten für die Bedürfnisse des Marktes maßzuschneidern, neue Segmente zu erobern und die Position in Kernsegmenten weiter zu festigen.