Junge Autofahrer wollen viel Technologie für wenig Geld

Ein Großteil der jungen Verbraucher plant einen Autokauf innerhalb der nächsten Jahre.

Das Thema Preisgestaltung spielt dabei eine sehr wichtige Rolle – daneben sind vor allem technologische Innovationen entscheidende Kriterien. Das zeigt eine aktuelle Studie.

Des Weiteren erwartet die "Generation Y" eine deutliche Zunahme in der Verbreitung alternativer Antriebe und wünscht sich Fortschritte in der Fahrzeugsicherheit. Beim Autokauf zählt für sie der Rat von Freunden und Familie stärker als Berichte unabhängiger Internetquellen und Medien. Insgesamt nahmen mehr als 23.000 Verbraucher aus 19 Ländern an der Studie teil – davon sind über 8.500 aus Europa, 1.004 aus Deutschland.

"Die junge Generation birgt enormes Potenzial für die Automobilbranche – mehr als viele andere Altersgruppen", erklärt Dr. Thomas Schiller, Leiter Automotive bei Deloitte. "Hersteller müssen sich aber verstärkt mit den Wünschen und Bedürfnissen dieser zukünftigen Kunden auseinandersetzen und beispielsweise in autonome Fahrsysteme investieren."

Niedrige Kosten entscheidender Faktor

Rund 75 Prozent der europäischen "Generation Y" planen, in den nächsten fünf Jahren ein Automobil zu kaufen – 54 Prozent sogar innerhalb der nächsten drei. Ausschlaggebende Kriterien für die Kaufentscheidung sind bei deutschen Verbrauchern Treibstoffeffizienz (38%) und Kaufpreis (37%). Europaweit sind vor allem niedrige Unterhalts-/Instandhaltungskosten sowie Alltagstauglichkeit des Fahrzeugs wichtig – Ausstattung, Technologie und Umweltfreundlichkeit sind Preis und Nutzen nachgeordnet.

Trend zu alternativen Antrieben

Bereits heute glauben 44 Prozent der europäischen Verbraucher, dass sie in fünf Jahren ein Automobil mit alternativem Antrieb fahren werden. Dafür sind 71 Prozent der "Generation Y" sogar bereit, mehr Geld auszugeben. Im Besitz von Automobilen mit Benzin- oder Dieselmotor sehen sich zukünftig nur noch 29 beziehungsweise 27 Prozent – dies steht im Gegensatz zu deren derzeitigen Marktanteilen. Innerhalb der alternativen Antriebe werden vor allem Hybrid-Konzepte vorne gesehen: 28 Prozent der Befragten meinen, in fünf Jahren ein Auto mit Hybrid-Motor zu fahren (Deutschland: 26%).

Wunsch nach Sicherheitstechnologien

Neue Technologien sollen ebenfalls signifikante Vorteile bringen: 88 Prozent der Deutschen sehen welche durch technologische Unfallprävention, 79 Prozent bei der Kraftstoffeffizienz. Die "Generation Y" befürwortet Innovationen in Sicherheitstechnik stärker als in Cockpit-Technologien. Europaweit wünschen sich 70 Prozent Technologien, die andere Fahrzeuge erkennen. Je knapp zwei Drittel wollen Systeme, die helfen, ein besserer Fahrer zu werden, beim Überschreiten der erlaubten Höchstgeschwindigkeit warnen oder automatisch vor gefährlichen Verkehrssituationen schützen. Jeweils rund 60 Prozent sind es unter den deutschen Befragten.

"Generation Y" vertraut autonomen Fahrsystemen

Drei Viertel aller europäischen Verbraucher (Generation Y: 72%) sind an Fahrerassistenzsystemen, wie Antiblockiersystem oder Antriebsschlupfregelung, interessiert. Fortgeschrittene Funktionen, wie Tempomat oder Spurassistent, stoßen sowohl unter jungen Verbrauchern als auch bei anderen Altersgruppen mit je knapp 60 Prozent auf gleich starkes Interesse. Vollautomatisch fahrende Automobile befürworten 39 Prozent der "Gen Y", außerhalb dieser jeder Dritte.

Autokäufer vertrauen ihrem Umfeld und dem Internet

Für die Entscheidung, welches Auto gekauft werden soll, nehmen sich Verbraucher viel Zeit. Mehr als die Hälfte verbringt mehr als zehn Stunden damit, sich eine Meinung zu bilden. In der deutschen "Generation Y" sind es sogar 60 Prozent. Wichtigste Einflussgruppen für junge Autokäufer sind hierzulande Freunde und Familie: 56 Prozent vertrauen ihrem Umfeld, daneben vor allem unabhängigen Testberichten im Internet (40%) und in den klassischen Medien (38%).

"Die Studie zeigt, was junge Autokäufer von den Automobilherstellern erwarten", kommentiert Thomas Schiller. "Alternative Antriebe und moderne Technologien sind Chancen, vom enormen Potenzial der Generation Y zu profitieren. Sie müssen jedoch günstig sein."

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