Schockfotos sollen Jugendliche vom Rauchen abhalten

Die neuen drastischen Fotos auf Zigarettenpackungen sollen vor allem Jugendliche vom Rauchen abschrecken – Werbung für Zigaretten wird weiter eingeschränkt.

Lieber mit dem Rauchen aufhören oder gar nicht erst anfangen? Ab Mai sollen Fotos und Texte auf Zigarettenpackungen eine deutliche Sprache sprechen. Denn dem Aufdruck „Rauchen schädigt Ihre Lunge“ wird ein entsprechendes Motiv hinzugefügt. Diese Warnungen sollen 65 Prozent der Packungsoberfläche einnehmen – doppelt soviel wie bisher.

Das schreibt ein neues Gesetz vor, dass der Bundestag kürzlich verabschiedet hat. Er setzt damit die EU-Tabakrichtlinie um.

Zielgruppe Jugendliche

Vor allem junge Menschen, die zum ersten Mal zur Zigarette greifen, will das Europäische Parlament abschrecken. Denn 94 Prozent der Raucher sind ihm zufolge vor ihrem 25. Geburtstag nikotinabhängig, 70 Prozent sogar vor dem 18. Geburtstag. In Deutschland ist die Zahl der jugendlichen Raucherinnen und Raucher zwar gesunken – bei den 12- bis 17-Jährigen liegt sie laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aktuell bei 7,8 Prozent.

Bei dem 18- bis 25-Jährigen ist die Quote auch rückläufig, liegt aber immer noch bei 26,2 Prozent. Demnächst soll jeder sofort erkennen: Zigaretten schädigen die Gesundheit und machen süchtig.

Zudem muss eine Packung mindestens 20 Zigaretten enthalten. Das stellt eine Hürde für Jugendliche dar, die gerne günstigere kleine Packungen kaufen möchten.

Elektrische Zigaretten

Warnungen vor gesundheitlichen Schäden müssen auch auf die Packungen der elektrischen Zigaretten. Sie dürfen nur an Erwachsene verkauft werden. Zwar sind sie weiterhin in Tabakläden erhältlich, aber ihr Nikotingehalt wird beschränkt. Den Vorschlag, sie nur noch in Apotheken anzubieten, hat das Europäische Parlament abgelehnt.

Das neue Gesetz verbietet auch Zigaretten und losen Tabak mit Aromastoffen oder anderen Zusätzen, die Geschmack, Geruch oder Rauchintensität beeinflussen. Für Mentholzigaretten gibt es allerdings eine Übergangsfrist.

Werbung für Tabakprodukte wird noch weiter eingeschränkt

Seit 1975 sind Werbespots für Tabakprodukte in Rundfunk und Fernsehen verboten. Um Jugendliche zu schützen, dürfen seit 2002 keine Werbespots für Tabakprodukte mehr vor 18 Uhr im Kino gezeigt werden. Seit 2007 ist die Tabakwerbung in Zeitungen, Zeitschriften und im Internet untersagt. Zigarettenhersteller dürfen seit 2007 keine grenzüberschreitenden Veranstaltungen mehr sponsoren.

Als letztes Land in der Europäischen Union erlaubte Deutschland bisher noch uneingeschränkt Außenwerbung für Tabakerzeugnisse. Das soll sich nun ändern: Ab 2020 darf auf Plakatflächen und Litfaßsäulen nicht mehr für Zigaretten geworben werden. Das hat das Bundeskabinett beschlossen. Das Verbot soll auch sogenannte E-Zigaretten umfassen. In Kinos soll das Werbeverbot bei allen Filmen gelten, die für Zuschauer unter 18 Jahren freigegeben sind.

 

 

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